Wenn der Steinbrück seine Kavallerie durch die Abteilungen reiten lässt

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Über Peer Steinbrück, seine blöde Kavallerie und warum Bruno Birri diesen alten Kaffee wieder aufwärmt.

Er hat es schon wieder getan, der Steinbrück vor ein paar Wochen. Dabei sollte er doch eigentlich wissen, dass der Erwerb von Diebesgut unappetitlich und fragwürdig ist. Gerade als Finanzexperte sollte er sich im Klaren darüber sein, wie man mit hochsensiblen Daten umgeht. Und er sollte wissen, dass diese Vorgehensweise auf dem Rücken eines vertraglichen Abkommens zwischen zwei souveränen und zivilisierten Staaten ausgetragen wird.

Was Steinbrück’s Kavallerie mit geklauten Bankdaten zu tun hat

Herr Steinbrück ist ein schlauer Mann: Er weiß, dass eine Kavallerie stark ist und Druck ausübt. Als Feldherr investiert er jedoch nicht in Beine, sondern in einen handelsüblichen CD-Rohling, auf dem angeblich viele, viele wichtige Steuerdaten und Bankgeheimnisse gespeichert sind. Stolz übt er Druck aus, um sein Ziel zu erreichen.

Doch was erreicht er? Ärger und Wut auf der Schweizer Seite. Vielleicht ein paar Wählerstimmen mehr und deren Schadenfreude. Aber es gibt auch viel Unverständnis und Kopfschütteln auf der deutschen Seite gerade aufgrund der Tatsache, dass auch der Erwerb von wissentlichem Diebesgut eine Straftat darstellt, die man gemeinhin Hehlerei nennt.

Zudem kommt die Tatsache, dass es hier im Grundsatz weder um Schweizer noch um Deutsche oder deren Auffassungen und Auslegungen von Gesetzen, Abkommen oder Moral geht. Nein, viel mehr geht es um das Verständnis darüber – und das ist der Kern dieses Artikels – wie man miteinander umgeht und wie man eigene Interessen bekannt macht und durchzusetzen versucht. Steinbrück wählt die Abteilung Attacke, droht und meint, der Zweck heiligt die Mittel. Ein fataler Irrtum – und das sage ich als Schweizer.

Drohung als Grundgesetz

Kommen wir zur Grundlage meiner Überlegungen: Ist es legitim mit Drohungen seine Interessen zu verfolgen? Darf eine regelrechte Drohkultur als Grundlage des täglichen Handelns dienen – frei nach Immanuel Kant, der sagt: «Handle so, als ob dein Handeln ein Grundgesetz wäre»?

Stellen Sie sich vor, der Aufbau von Drohungen mittels ausreitender Kavallerie – oder geklauten Bankdaten – entspräche einem Grundgesetz. Jeder wäre legitimiert, so zu handeln! Wo reiten wir da hin?

Was ist, wenn die Kavallerie durch die Abteilungen reitet?

Ein ganz einfaches Beispiel: Kulturentwicklung in Unternehmen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Jahre in Anspruch nimmt, will man sie verantwortungsbewusst und zielführend angehen. Die Unternehmenskultur macht aus, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und Leistung bringen können – und dürfen. Die Unternehmenskultur ist somit ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit, ein Spiegelbild, für ein Zusammenleben unter gesitteten Menschen. Was Jahre dauert im sorgfältigen Aufbau, kann durch einen einzigen Satz eines neuen Managers binnen Sekundenbruchteilen zerstört werden.

Wie? Indem er im übertragenen Sinne mit der Kavallerie droht und Abteilungen zum Handeln zwingt. Der Zweck heiligt die Mittel, wichtig ist nicht, dass die Mitarbeiter der Abteilung die Zusammenhänge verstehen, sondern nur, dass sie blutleer und ferngesteuert ausführen, was der neue Manager verlangt. Die Folgen sind berechenbar und logisch: Kein Mitarbeiter kann mehr selbstständig im Sinne des Unternehmens denken und agieren, verfällt in Motivationslosigkeit, Unlust, Stress und / oder Leistungsschwäche.

Es geht um mehr

Es geht wirklich um deutlich mehr als um eine saublöde, unpassende Aussage. Es geht darum, dass man sich, wenn man solche Aussagen tätigt, immer wieder fragen muss: «Will ich, dass das was ich mache, andere auch tun, weil es einem Grundgesetz entspricht»? Ich bin mir sicher, ich möchte es nicht und Sie wollen das auch nicht.

Im Sinne eines vernünftigen und halbwegs intelligenten Missverstandenes kann es nicht das Ziel sein einen Standard festzulegen, der auf den wackligen Beinen von Behauptungen, Drohungen und dem Schnauben der attackierenden Kavallerie steht. Es ist diese Mentalität, die jedes Zusammenleben zerstört. Diese Mentalität ist bestenfalls Teil einer militärischen Kriegsstrategie, sollte jedoch keine Rolle spielen in Politik, im Familienleben, in der Gesellschaft, in Unternehmen oder in Organisationen.

Wir sind aber nicht im Krieg! Oder habe ich mich getäuscht?

Über den Autor Bruno Birri

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